Kochtypen

 

In der Küche offenbart die Kartoffel ihre Vielseitigkeit und hat für jeden Gaumen etwas zu bieten. Sie daher nur als Beilage zu verwenden, wäre eine Beleidigung für die Knolle. Aus ihr lassen sich wunderbare Suppen und Salate sowie Eintöpfe und Gratins zaubern. Bei Rezepten für Brote, Teige, Aufstriche und Aufläufe überzeugt die Kartoffel ebenso. Ihre Stärke liegt darin, dass die unterschiedlichsten Zutaten zu ihr passen und sie sich harmonisch zu einem Gericht verbinden. So überrascht es nicht, dass die Kartoffel sich auch für Süßspeisen eignet. Torten, Strudel und sogar Marmelade, Eis oder Marzipan verzaubern süße Leckermäuler.

Der Geschmack der Knollen variiert stark von Sorte zu Sorte. Die Nuancen reichen von mild, buttrig über nussig bis würzig. Auch erdige Aromen sind vertreten. Gerade diese Vielfalt macht die Kartoffelküche so beliebt. Es ist wie beim Wein: Mit der Zeit findet jeder seinen persönlichen Favoriten.

 

 

Von mehlig bis speckig
Welche Sorte zu welchem Gericht passt, hängt vom Geschmack und vor allem von den Kocheigenschaften ab. Der Stärkegehalt der Knolle ist verantwortlich, wie sich die Kartoffel beim Kochen verhält.

 

Festkochende (Speckige) Erdäpfel hingegen enthalten am wenigsten Stärke und behalten beim Garen ihre feste Struktur. Sie bleiben sehr feinkörnig und werden bevorzugt für Salate, Bratkartoffeln oder Aufläufe verwendet.

 

Mehlige Erdäpfel besitzen den höchsten Stärkegehalt und sind sehr grobkörnig in der Struktur. Sie werden beim Kochen weich und zerfallen sehr leicht. Sie eignen sich daher besonders gut für Püree, Suppen, Eintöpfe, Knödel und den Klassiker unter den Rezepten, den Kartoffelteig.

 

Die vorwiegend festkochenden Erdäpfel liegen genau dazwischen. Sie sind die Allrounder unter den Kartoffeln, da sie Kocheigenschaften von mehlig bis speckig in sich vereinen. Sie bleiben nach dem Kochen mittelfest mit einer leicht mehligen Struktur und schmecken am besten als Salz- oder Bratkartoffeln oder in Kartoffelpuffern, Eintöpfen, Suppen und Aufläufen.

 

Heurige
Diese Frühkartoffeln sind eine kulinarische Spezialität und finden Ende Mai, Anfang Juni den Weg auf unsere Teller. Sie zeichnen sich durch ein feines, leicht nussartiges Aroma und weichere Konsistenz aus. Die Schale ist so dünn, dass der Gourmet die Heurigen mit der Schale isst. Sie schmecken am besten zu Lamm, Bärlauch und Spargel oder nur mit etwas Butter verfeinert. Die Kartoffeln aus der ersten Ernte des Jahres lassen sich nur schlecht lagern. Darum ist der spezielle Kartoffelgenuss auf den Frühsommer beschränkt, aber die bunte Kartoffellandschaft versüßt die Zeit bis zu den Heurigen im nächsten Jahr.